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Eine Hochzeit wird immer in Weiß geträumt…oder?

Wer an Hochzeiten denkt, hat in der Regel prompt eine ganze Reihe an Assoziationen und Bildern im Kopf :

Ringe, Hochzeitstorte, Altar…aber allen voran erscheinen wohl zuallererst Braut und Bräutigam in der mentalen Galerie. Und das ist auch gut so, denn diese beiden sind ja schließlich das Zentrum und der Grund der Zeremonie.

Das Brautpaar sticht schon optisch klar durch seine Kleidung aus der Menge der Gäste heraus:

Der Bräutigam klassisch und elegant im Anzug, die Braut in einer traumhaften Robe.

Auch wenn jahrelange Traditionen uns als erste Assoziation den Bräutigam in einen schwarzen Anzug und seine Zukünftige in einen Traum in Weiß erscheinen lassen sind die Möglichkeiten an Outfits für den großen Tag schier grenzenlos. Im Vordergrund stehen die Wünsche, Vorlieben und Persönlichkeiten der sich Vermählenden und die hören nicht bei Weiß und Schwarz auf.

Tatsächlich ist es auch gar nicht so selbstverständlich, dass der Hochzeitstag gerade von der Braut in einem weißen Kleid begangen wird. Ein kleiner Tauchgang in die Geschichte bringt so manche überraschende Erkenntnis ans Licht:

Das klassische, obligatorisch weiße Hochzeitskleid der Braut in der westlichen Welt ist de facto ein Brauch, der in seiner verbreiteten Konsequenz noch keine 100 Jahre alt ist.

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Während uns die Farbe weiß, welche traditionell für Unschuld, Reinheit und Unberührtheit steht, nicht schwer zu ergründen fällt, ist uns wohl kaum bewusst, dass sich diese Farbe erst seit den 1920er Jahren als tonangebend für den Schritt vor den Altar durchgesetzt hat.

Die Assoziation der Farbe Weiß mit Jungfräulichkeit datiert zwar schon auf weit frühere Zeiten als den Beginn des letzten Jahrhunderts, allerdings ist die Anschaffung eines speziellen Kleides nur für einen einzigen, zwar ganz besonderen und alles verändernden Tag im Leben einer jungen Frau ein Luxus, welcher besonders zu früheren Zeiten einfach nicht leistbar war.

So wurde bis etwa zur Mitte des 19.Jahrhunderts kaum Unterschied zwischen einem feinen Kleid, oder auch Sonntagskleid, und einem Hochzeitskleid gemacht. In der Mittel- und Unterschicht der damaligen Zeit schritten Bräute darum traditionell in ihrem „Sonntagsstaat“ zum Altar – das war die feinste und schönste Kleidung, welche sie besaßen, war allerdings in den allerseltensten Fällen weiß. Zumeist entsprach sie regionaler Tracht und nicht selten war sie sogar in sehr dunklen, gedeckten Farben oder gar schwarz gehalten. So dauerte es bis zu den goldenen Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis man wirklich von einer großflächigen Überhandnahme des weißen Brautkleids sprechen konnte.

Der Stein des Anstoßes, welcher diesen Trend endgültig ins Rollen brachte, wird, wenig verwunderlich, der höchsten Gesellschaftsschicht zugeschrieben – dem Adel.

Die berühmt-berüchtigten Medicis zählten eine der ersten Bräute zu ihren Reihen, welche historisch belegt ein (beinah) weißes Kleid für den Tag ihrer Vermählung wählten:

Maria de Medici war es, welche im Jahr 1600 Heinrich dem VI. das Ja-Wort gab, trug nämlich ein, wenn nicht ganz rein weißes, eggshell-farbenes Kleid aus reinster Seide welches mit einer Vielzahl an zarten, goldfarbenen Ornamenten bestickt war und ihr eine unter heutigen Kriterien schon sehr klassisch-brauthafte Aura verlieh. Man erzählt sich, dass es ebendieses Kleid war, welches die Trendwende in der Brautmode an den europäischen Adelshöfen mit sich brachte – dieses somit geschichtsträchtige Kleid wurde sogar vom Meister Peter Paul Rubens in einem Gemälde verewigt und somit für die Nachwelt festgehalten.

Und wirklich, 13 Jahre nach Maria de Medici wählte eine weitere, nicht weniger schillernde Figur der europäischen Königsfamilien, nämlich Elisabeth von England, ein strahlend helles Kleid für ihre Hochzeit:

Im Jahre 1613 trug diese an ihrem großen Tag ein rein weißes Kleid aus Brokat mit Silberapplikationen.  Einmal so prominent besetzt ins Rollen gebracht, bewegte sich dieser Stein kreuz und quer durch alle Adelsfamilien von Rang und Namen, und helle Farben, insbesondere Schattierungen von Crème- und Weißtönen, dominierten die Brautmoden der blaublütigen Gesellschaft Europas und in der Folge der gesamten westlichen Welt.

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Einmal derart etabliert, blieb weiß für die Braut en vogue  – so heiratete noch über 200 Jahre später die britische Königin Victoria Ihren Prinz Albert von Sachsen-Gotha  1840 in einer zarten Konfektion von Weiß und Spitze, gekrönt von einem kurzen Brautschleier.

1853 zog Eugénie de Montijo  anlässlich ihrer Vermählung mit Napoléon III. gleich, indem sie weißen Samt als Ausdruck ihrer Jungfräulichkeit zum Zeitpunkt ihrer Vermählung wählte.

Im deutschsprachigen Raum wird als prominentestes Beispiel der adeligen Vorreiter unter den Bräuten in Weiß jedoch mit Abstand Elisabeth von Bayern gelten, besser bekannt als Sissi, nach Ihrer Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph Kaiserin von Österreich-Ungarn :

Sie trug zu ihrer Vermählung einen opulenten Traum in Weiß welcher in unzähligen Abbildungen und Repliken mittlerweile genauso eng mit ihr wie das weiße Brautkleid mit einer Braut verbunden wird.

So viel also zu den Hintergründen, weshalb wir heutzutage hauptsächlich und vor allem weiße Kleider in den Schaufenstern der Brautmodeläden erblicken – wenn auch de facto die Auswahl der Farbe und des Stils der perfekten Hochzeitsgarderobe ganz und gar dem glücklichen Paar obliegt. So schön es auch ist, ein wenig in der Geschichte um diese dominante Tradition zu stöbern, so darf man nie aus den Augen verlieren was wirklich zählt und wie weit über den Rand des traditionell weißen Kleides und des schwarzen Anzugs die Zusammenstellung des Hochzeitsenesembles hinausgehen kann und darf.

Wer hierbei Inspiration und Hilfe von kompetentester Hand benötigt und Wert auf das Besondere legt, sich vielleicht gemeinsam mit dem Partner, den Brautjungfern, den Trauzeugen, Brauteltern und anderen lieben Gästen auf die spannende Suche nach der Mode für den großen Tag begeben möchte – dem sei ein Besuch bei Avinia wärmstens ans Herz gelegt. Vom Brautkleid bis zum Ringpaar findet sich hier alles in eleganter und stilvoller Atmosphäre.

Ob es nun ein Traum in Weiß wird oder ein Traum in lindgrün, rosé, mint, himmelblau oder auch schwarz – was gefällt, passt, und was sich liebt, sagt JA.

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